Sonntag, 5. Mai 2013

Zur Zukunft der Gründungsförderung


Studie im Auftrag des BMWi
Autoren: Mirko Bendig, Jan Evers, Sarah Knirsch

In Zeiten ökonomischer Umbrüche braucht es eine wirtschaftliche Dynamik auf Basis eines starken Gründungsgeschehens, das den Strukturwandel technologisch, ökologisch und gesellschaftlich vorantreibt. Mit dem gesellschaftlichen Großtrend „Netzwerkökonomie“ ändern sich gegenwärtig die ökonomischen Bedingungen. Über die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und ihrer Gründer werden daher drei Faktoren entscheiden: 

1. Die künftige Nutzungsweise des Internets, 

2. Die Vernetzung von Know-how, 

3. Die Verknüpfung von öffentlichen und privaten Fördermaßnahmen und Dienstleistungen. 


Gründer müssen sich dieser Herausforderung stellen, Gründungsförderer allerdings genauso. Die deutschen Gründungsförderer gelten in Teilbereichen zu Recht als international führend. An veränderte gesellschaftliche und ökonomische Bedingungen konnten sie sich in den vergangenen 20 Jahren immer wieder erfolgreich anpassen (siehe Kapitel 3.1). Im obigen Kontext werden sie ihre Zukunftsfähigkeit jedoch beweisen müssen. 

Wippermann definiert Trends als „Arbeitsbegriffe der sich entwickelnden Zukünfte. Sie benennen gemeinsame Anpassungsstrategien an eine sich verändernde Umwelt. ... Sie kennzeichnen eine Entwicklungsdynamik von sieben bis zehn Jahren.“ Die in dieser Studie auftauchenden Zukunftsthemen sind für das operative Tagesgeschäft der Gründungsförderung nicht immer leicht zu greifen. Handlungsdruck wird häufig nicht bei ihnen, sondern an völlig anderen Stellen gesehen. In der Studie wurden daher fünf Themen ausgewählt und zu Trendreports verdichtet, um die Anforderungen für die Zukunft greifbarer zu machen: 

Crowdinvesting beschreibt neue Finanzierungswege im Internet, 

die erst möglich wurden durch die Standardisierung und Digitalisierung von Verträgen und Kommunikationswegen. Sie schöpfen ihr Potenzial aus durch hochgradige Vernetzung: 

Investoren werden gleichzeitig auch Produktbotschafter und Vertriebshelfer. Aus Gründungsfördersicht ergibt dies zumindest eine neue Finanzierungschance für High Potential Start-ups, die weder die hohen Anforderungen für Venture Capital erfüllen noch einen hinreichend absehbaren Cash-flow zur Bedienung von Bankkrediten haben.


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